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Rezepte gegen die Midlife Crisis

Die echte Bonnie

Die echte Bonnie

Norton Dominator

Norton Dominator

Ducati 900 Monster 1993

Ducati 900 Monster 1993

Ducati 851 - wie sie 1989 war

Ducati 851 - wie sie 1989 war

Jellinek - behandelt seineMidlife Crisis

oder: Wenn ich so denk und lenk grad nix (Nr. 851)

Ausgelacht hab' ich alle meine Freunde und besonders die Feinde und obendrein alle jene die mir sowieso wurscht waren – Midlife Crisis – so ein Schaas, das ist was für die Wappler, die Lutschis, die Laberer. Aber nun ist sie auch in meinem Leben angekommen, die Midlife Crisis. Aber der Reihe nach:

Richtige Männer, so wie ich, werden nicht heimgesucht, sie sind Toupet-resistent, brauchen keine blondierten 22-jährigen Grillhühner für zwischendurch, sie lassen sich eher schon von einer Triumph Bonneville aus den Sechzigern finden. So eine, wie der Steve Mc Queen oder der junge Marlon Brando oder der Elvis gefahren hat, ganz sicher keine neue Bonnie, die ist hübsch retro zwar, aber schon irgendwie sehr waach. Genauso wie eine Midlife Crisis...

Bonnie: Also eine Echte und wenn ich schon dabei bin, mach' ich aus der alten Bonnie eine richtige Triton.

Für Euch Weicheier ein kleiner Exkurs, was eine Triton ist:

Erstens, kein Trittroller aus den Wiener Fünfzigerjahren - Tritton genannt - das war nur was für die Rotzbuben.

Nein, die Triton ist eine Mélange aus dem Besten der Nebelinsel: man nehme ein Featherbed Frame, eine Roadholder Fork aus einer Norton Dominator 99, eine John Tickle front brake, einen Triumph Bonneville T120-Motor, 2 Amal concentric carburettors, 2 megaphone silencers für die Anrainer und ein paar Hundert Arbeitsstunden und fertig is da Wüde mid seina Maschin'.

Notwendiger Exkurs im Exkurs:

Vor 25 Jahren veranstalteten 6 Freunde und ich die Ducati Speed Week am alten Österreichring und der Zimmer Peter hatte eine dezent auf Funbike umgebaute Honda Dominator NX650 in einem richtig dunklen Dunkelschwarz mit dabei, als Botenrodel fürs Fahrerlager, so quasi. Ging gut, war anspruchslos und hübsch und so kaufte ich die Honda. Monate später - vor 24einhalb Jahren – hatten wir in der Ledermontur ein late night dinner beim Würschtelstand am Quellenplatz, bekannt für sein durchwachsenes Publikum. Vom Sandler bis zum Uniprofessor, von der Hur' bis zur Obersanktveitlady, vom Taxler mitsamt Fahrgast zum Kiberer auf Pause, es trifft sich dort ganz Wien – zumindest die Eingeweihten.

Fragt ein „Oida“, was ich für ein Eisen fahre. Im Stolz des Hondadominatorfunbikers antworte ich stolz: „eine Dominator.“ Er fragt beiläufig: „a ochtadochzga oda a neinaneinzga?“ Ich: „a Honda!“

Er wischt meine Honda wie die Salzstangelbrösel vom Ecktschochalwirtshaustisch. Mit einer endgültigen Geste. Mit gelebtem Ekel vor Japanmüll. Mit der allwissenden Erfahrung von zweimal zum Mond und zurück – auf einer NORTON Dominator. Wischt noch einmal die Honda aus der Quellenplatzluft wie eine lästige Gelse und geht ab.

Wir fragen nach ewigen Minuten im Ringen nach Fassung die Frau Wurstrat, wer denn der „Oide“ g'wesen is. Sie drauf: „des is da Sauer Ottl, der is auf da Quönn (anm. die Quellenstraße) auf Zwaraneinzg, do hoda a an Schupfn' mit richtig vü oide Triumph und Norton Maschinan.“

Nach der Woidviatla mid an Schoafn' und an Grogodü und an Bugl hat mir die Dominator-Honda nie mehr so richtig geschmeckt. Sie konnte nichts dafür, die Welt ist eben ungerecht.

In präinternetialen Zeiten war die daraufhin begonnene Suche nach einer damals schon recht betagten Norton Dominator wie die Suche der berühmten Stecknadel im Heuhaufen. Lese trotzdem im BAZAR eine blöde Anzeige: „Norton Dominator 88, Zylinderkolben fehlt, 8.000.- Schilling.“

Fahre nach einer Unzahl von Festnetztelefonaten endlich zu einer Garage und kaufe eine teilzerlegte Norton Dominator 88 mit ohne Zylinder und Zylinderkopf. Dafür gab's zusätzlich einen Featherbed Rahmen und eine berühmte Roadholder Gabel! Und der Verkäufer glaubt sich erinnern zu können, dass er die Motorteile vor ca. 10 Jahren zu einem Zylinderschleifer in der Neubaugasse gebracht habe, aber niemals dazu kam, die Teile wieder abzuholen. Ich frage ob's der Eisenwagen Otto gewesen sei, in der Neubaugasse. Ja! so habe der Schleifer geheißen.

Und so fuhr ich damals zum Otto und erzählte ihm die Geschichte und sein Vorarbeiter, der Herr Jelinek, stieg auf eine Leiter und gab mir die fehlenden „Zylinderkolben“. Sie hatten bloß 10 Jahre beim Otto im Regal geschlafen.

Mittlerweile läuft die Norton wieder und ich bin im Besitz einer „richtigen“ Dominator, aber es gibt da noch den Rahmen und die Gabel und mittlerweile auch die Midlife Crisis.

Und so fuhr ich in die Schweiz, ein eBay-ersteigertes Bonniewrack an mich zu raffen, damit es mit meinem Nortonrahmen endlich „Triton“ werde, damit ich Alter meinen Traum endlich leben kann, damit ich die Computerspieler so richtig erschrecken kann mit dem Auspuffbass meines Parallel-Twins.

Der Verkäufer, ein in den USA lebender Schweizer, restauriert alte Häuser, sammelt alte Autos, alte Motorräder und hat einen guten Geschmack. Meine Idee, aus dem Bonniewrack eine Triton zu machen, freute ihn derart, dass er mir spontan einen wunderschönen handgemachten Alutank für mein Triton-Projekt schenkte. So ein Geschenk in Zeiten wie diesen!

Kurze Nacht in Stuttgart und in der Früh zum KHM, meinen Sattler, um den Wert 3er fabrikneuer Dacia Logan Lederausstattungen abholen für ein Dutzend alter Mercedesse. Alle Farben, die Prägungen, die Kederstärken, die Aufpolsterungen der Bezugspfeifen, die Teppichmaterialien – rasierte bicolor Wollvelours, eigens gewebt für sonderausgestattete antike Mehrzasters-Bonz-Autos, absolut perfekt gearbeitet. Der KHM in Esslingen spürt, wie ein Benz in den Wirtschaftswunderzeiten beim Daimler gepolstert wurde und hat 30 Jahre lang sein Spüren perfektioniert. Das Leben kann so schön sein...

Der Oscar Wilde hat einen tollen Satz gesagt: „Ich habe einen ganz einfachen Geschmack, ich bin immer mit dem Besten zufrieden.“

Wie weise, sich nicht mit dem uns umgebenden Klumpert abzugeben und sich mit dem Besten zu bescheiden. Und dieses Beste macht eben der KHM.

A propos das Beste: Der Luki hatte eine Ducati 851 mit der er Rennen fuhr. Und damit er die Rennen auch gewinnen konnte, mussten die besten Tuner die feinsten Teile in die Duc einbauen und weil die Tuner und die Teile teuer sind, fuhr der Luki mit seiner Duc nicht nur aufs Podest des Siegers, sondern auch seine Firma in einen veritablen Konkurs. Und dann kam der Luki zu mir und bat mich, die Duc zu verscherbeln. Dabei hatte ich selbst 3 Monate zuvor meine 900SS in Scheine für das Finanzamt verwandelt und war dementsprechend deprimiert.

Nun musste ich Lukis 851er Rennmaschine erstmal wieder zum Leben erwecken. Probefahrt auf der Westausfahrt, Ritt auf der Kanonenkugel, ich übergewichtig und mit meiner Mechaniker-Latzhose auf die 155PS-Rakete gezwängt, mit den Knien bei den Ohren. Die „wohlmeinenden“ Freunde aus dem Mercedes-Club sagen immer, dass jede Duc unter mir wie ein Moped ausschaut – die sind ja nur neidig, die snobistischen Gfrasta. „Und i foa jeda Limusin' vua...“

Zurück in der Werkstatt traf ich den Ulli, der gerade die neue Monster seiner Schwester servicierte. Der Monster-Tank war demontiert und wir philosophierten über die Form der Motorradtanks und meine subkutane Wärmedämmung um die Körpermitte und ich probierte den Monster-Tank kurzerhand auf der 851er.

Und dann haben wir dem Luki die Duc 851 abgekauft und eine Monster draus gemacht in 800 Stunden und 1600 Flüchen (habt ihr schon einmal eine Bananenkiste voll Kabelbaum und Relais und Motorsteuergerät und Einspritzung in einen Rahmen versteckt?).

Die Belohnung für blood, sweat and tears war dann richtig lustig, die Modebuberln mit den 900er Monstern (die, mit den Dynojetkits!) herzubrennen mit der zusammengetackerten und festgegafferten und angeschmierten und hingeschweißten 851er. Denn immer wenn die 900er schon nach Luft schnappten, wurde die 851er zum Zweitakter und drehte noch einmal 2000 Touren drauf und ausbeschleunigt waren die Buben. Die Monster haben wir bis heute und freuen uns immer wieder mal daran. Und so suchte ich eine Spielkameradin für die 851er, suchte nach der jüngeren 888er.

Im Sprinter war noch ausreichend Platz für eine seit 10 Jahren in einer wohltemperierten Garage schlafende Ducati 888. Die Duc schlief in Mondsee, und so habe ich die bella signorina leise in den Bus geschoben und nach Traiskirchen gebracht. Der Fredl Kramer wird sie zu gegebener Zeit aufwecken und ihr die Stimme zurückgeben. Der Herr Kramer lebt Ducati, ist eigentlich ein pensionierter Eisenbahner, liebt daher Pünktlichkeit und heilt daher selbst aussichtslose Fälle in kürzester Zeit. Ich werde dann einige Runden mit der signorina um meine Halle fahren, so lange jedenfalls, bis die Triton läuft und meine Krise dann endlich und endgültig vorbei sein wird.

Bis dann,

und bleibt mir gewogen,

Euer Jellinek

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