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Das Clubleben

MBCCÖ - KALENDER (mit Details zu den u.a. Events)

 

Nächster Clubabend:
- in Wien: Freitag, 2.März ab 18h Restaurant "Va Bene" Lindmayerstr.1, 1020 WIEN (Thema: ?)

- Graz: Dienstag, 13.März ab 19.30 GH Feldkirchner Hof, Triester Straße 32, 8073 Feldkirchen bei Graz

 

HIGHLIGHTS 2018:
- 11. - 14.Jänner 2018: Vienna Autoshow LINK
- 28.Apr 2018: 10.Koller Klassik am Heldenberg LINK
- 29.Apr - 1.Mai 2018: OVIP Frühjahrsausfahrt nach St.Agatha/OÖ
- 1.Mai 2018: SL-Club PR-Treffen in Schloss Laxenburg
- 3. - 6.Mai 2018: 21.Mercedes Cabrio-Treffen im Glocknerhof/Berg i.Drautal LINK
- 12. - 13.Mai 2018: 30.Oldtimer Messe Tulln LINK
- 25. - 27.Mai 2018: Concorso d'Eleganza, Villa d'Este, Cernobbio, Lago di Como LINK
- 15. - 23.Juni 2018: OVIP 26.Pässefahrt
- 6.Juli 2018: Clubabend/Sommerfest in der Waldschenke LINK
- 9. - 14.Juli 2018: OVIP 3.Pässefahrt für historische LKW
- 43 - 5.Aug 2018: Classic Days Schloss Dyck, Jüchen, DE LINK
- So 5. oder 12.Aug 2018: Oldtimer Picknick im Schlosspark Atzenbrugg
- 17. - 19.Aug 2018: Vienna Classic Days LINK




Unser "Jahrbuch 2017" (und frühere Jahre) sind ab sofort im Reiter MB Classic-Club Österreich (sub-Rubrik Jahrbücher) zu finden

 

aktualisiert: 14.02.2018 - CF

Protokoll einer Irrfahrt

Beim Fremdfahren im BMW erwischt

Der (ehemalige) Redakteuer vom Dienst ließ sich ein "Fremdfabrikat" unterschieben! Bevor er auf den Scheiterhaufen mußte, gab er vor der Inquisition zu seiner Verteidigung zu Protokoll:

 

"Wir haben uns überfressen an Allem: am Essen, am Konsum, an der Kohle, Gas, Öl, Strom, Musik, Fernsehen, Internet, Happyness und so weiter. Sogar am gesellschaftlichen Konsens und an der Freiheit haben wir uns überfressen und einige wünschen sich „wieder an …, wissens' eh, aber nur an Klaanen“. Kurz gesagt: Weltschmerz. Und schlechtes Gewissen.

 

Unsere Komplizen in Japan schicken dann auch noch ihre „freiwilligen“ Arbeiter in die Atomanlage um das Feuer zu löschen. Ein diletantisches Spiel mit dem Leben, Try and error ohne Netz. So katapultieren wir uns doch zurück ins Mittelalter!

Stellt Euch vor: Keine Schnitzel mit Erdäpfelsalat mehr und - schlimmer noch - keine Autos!

 

In diesem labilen Gemütszustand, ruft mich ein befreundeter Ritter aus Gumpendorf an. Er habe soeben einen jungen Araber-Hengst zugeritten und ich solle einen Ausritt damit unternehmen, damit ich wieder Halt fände. Nein, ich solle augenblicklich aufhören zu lamentieren, das Leben sei zu kurz um auf den Spaß zu verzichten. Mein Freund der edle Ritter, der duldet keine nebeligen Argumente und außerdem weiß er um meine Schwächen:

 

Er hängt mit daher die Karotte direkt vor die Nase: „Ist frisch gestriegelt und steht für dich gesattelt im Stall, es ist alles hergerichtet für dich“, lässt er mich wissen. Meine Neugier ist in der Sekunde Sieger über die erschöpfte Vernunft und ich gebe mich der Versuchung hin. Diesmal fürs Wochenende also nicht der brave Isländer, nein der Araber-Hengst soll es diesmal sein. Mit feinstem Ledersattel und einem Herz so stark wie 555 von den normalen Pferden. In Worten fünfhundertfünfundfünfzig! Was denken die sich eigentlich? Verbrauch, CO², SUV-Hass, Neid...

 

In der logischen Sekunde nach diesen Gedanken, bin ich auch schon aufgestiegen. Der Araber-Hengst also, kurz BMW X5 M. Behutsam Gas geben und da stehe ich auch schon quer über die drei Fahrwege, mitten am Getreidemarkt. Ein paar Fußgänger, die vor mir queren wollten, ballen die Fäuste! Diese Spießbürger, elende! Denn einmal nur kurz an Galopp gedacht und der Hengst macht einen Hupfer, dass einem das Blut in den Adern gefriert.

 

Die Idee der Bayern ist wohl, dass sich der schöne Ritter oder die kluge Ritterin ganz aufs Wesentliche konzentrieren können. Telefonieren mit der Freundin oder den Lakaien zum Beispiel. Den Rest macht das Vollblut von selbst. Und falls einmal ein Pony im Weg ist, einfach drüber. Meistens hüpfen die beim Anblick des mächtigen „M“ aber ohnehin vor Schreck in den Straßengraben. Bald stellt sich bei mir ein selbstverständliches Überlegenheitsgefühl ein.

 

Nun endlich raus aus der Stadt und im gestreckten Galopp gen Waldviertel: Den Ritter mit dem Dreizack am Schild habe ich noch vor der Burg Kreuzenstein verblasen und an den präpotenten Wegelagerern mit ihrer seltsamen Pistole bin einfach vorbeigeritten. Haben sich nicht getraut mich anzuhalten, schicken dann wohl eine Brieftaube vorbei, um den Zoll einzuheben.

 

Die vier Hufe des Vollblüters sind übrigens derart üppig und edel beschlagen, dass sich die Junker vom Land beschämt in die Sattelkammern verkriechen, als ich vorbeiziehe. Und die Schollengebundenen biegen mit ihren Ackerochsen augenblicks und submissest runter von der staubigen Landstraße und beackern lieber ein fremdes Feld, bevor sie der Herrschaft im Weg sind. Es ist erstaunlich, dass der edle Araber ein instinktives Rangordnungsritual auslöst, schon im gemütlichen Trab.

 

In einem Wimpernschlag an einem störrischen Tiroler auf einem Volks-Haflinger vorbeigehuscht, weil wo kommen wir da hin? Dieser Ritt macht mich zu einem Helden! In der Ritterrüstung stelle ICH die Regeln auf, die niemand in Frage zu stellen wagt. Die natürliche Ordnung stellt sich von selbst wieder her. Hätten die Herrschaften im ausgehenden Mittelalter schon einen X5 M gehabt, wären ihnen die Belästigungen der Reformation und die Mühen der Aufklärung erspart geblieben: Keine aufwühlenden Fragen, nicht einmal zu denken wagen die Untertanen. Alles bleibt an seinem Platz.

 

Montag früh gebe ich das geborgte Vollblut samt der imaginären Ritterrüstung zurück. Nicht eine Sekunde als für mich ungeeignet empfunden. Ich trete hinaus aus den edlen Hallen, zurück ins profane Gumpendorf, noch ganz in feudale Gedanken vertieft.

 

In diesem Moment, werde ich am Gehsteig von einem Pedalritter rüpelhaft zum augenblicklichen Ausweichen aufgefordert. Trotz seines ökologischen Wohlverhaltens, ein asozialer und respektloser Tölpel. „Soll er sich sein Funkgerät doch sonst wo applizieren“, rufe ich im noch nach, aber er versteht mich nicht..."

Das Volk ruft im Chor, immer lauter werdend: "Verbrennen!"

 

Die hohe Inquisition: "Im Namen des Sterns: auf den Scheiterhaufen mit ihm! Abführen!"

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