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El Presidente

Der 220 SE mit Pflaster


 

Mercedes-Benz 220SE; Revell Metall 1/18
Modell, Text und Fotos: Harald Brunner

Auf unserem Weihnachtsclubtreffen 2003 hat unser lieber Präsident ganz fasziniert von Der Oldtimerveranstaltung in Österreich erzählt, der Planai Classic. Er hat da ziemlich unvorbereitet daran teilgenommen, z.B. kein Tripmaster oder wenigstens eine brauchbare Stoppuhr, aber dafür profimässige Hakkapelitta Spikereifen!

Als er dann die Fotos dieses Mega-Events herumzeigte, hat er uns auch ein ''kleines'' Missgeschick gestanden, nun ja, war ja auch im DSF zu sehen, blieb ihm also nicht viel anderes über. Auf der 1. Wertungsprüfung, der zugeschneiten und vereisten Trabrennbahn, meinte er ganz bescheiden, die vielen Leute würden nur Ihm zuwinken und freundlich , wie er nun mal ist, winkte Er fleissig zurück, bis Ihn eine bösartige Leitplanke ansprang. Zum Glück hatte unser Manfred Schmid vor der Rallye darauf gedrängt, die massive Stoßstange abzubauen, somit war ''nur'' der Kotflügel hinüber. Aber der Beifahrer wusste Rat und nach ein paar Hammerschlägen konnte man schon wieder weiterfahren. Die gute Stimmung litt keineswegs darunter, was sich auf DSF dann so anhörte: ''....die Österreicher lachen ja sogar noch wenn das Auto kaputt ist!''

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Nun war das eine feucht-fröhliche Feier und ich konnte wieder mal die Klappe nicht halten, ''......do kenn ma jo a Revellfloss'n z'aum schneid'n, des hot kana!''.  Präsident, mit breitem Grinsen'' Ja, das ist super! da lass ich dann bei der nächsten Rallye den Helmut Zwickl ( neben Heinz Prüller, der Motorsportpapst Österreichs und Mitorganisator der Planaiclassic) sein Autogramm draufmalen!''

Die Lacher gehörten mir, allerdings wars am nächsten Morgen damit vorbei , da stand El Presidente vor der Tür, und mit den Worten '' Das ist die Orginalstartnummer'' drückte er mir einen grossen Karton in die Hand.Das hatte ich nun von meinem vorlauten Mundwerk!

Aber was solls, auf ans zerschnippln!

Nachdem es sich bei dem verwendeten Modell um ein sogenanntes Diecast handelt, musste erstmal, unter äusserster Vorsicht, alles zerlegt werden. Zuerst wird das Chassis von der Karosserie geschraubt, danach die Verschraubungen der Hauben- und Türscharniere. Dann beginnt der spannende Teil, die Anbauteile wie Stoßstangen, Türgriffe und so weiter, werden bei den meisten Fertigmodellen gesteckt und dann von innen ''verschweisst''. Allerdings gibt es auch Hersteller die diese Teile auch noch verkleben, z.B. die Ansonmodelle, ganz toll zum Zerlegen!

Also Schweisspunkte abschneiden und dann das Teil aus den Bohrungen drücken oder vorsichtig rausziehen. 

Ich habe die Karosserie komplett abgebeizt, da erstens die Länge korrigiert wurde und zweitens ein neuer Kotflügel angebaut wurde.

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Da es Revell nicht geschafft hat, trotz Vorhandenseins des Orginals, einen Standard-300SE zu machen, sondern die wesentlich seltenere Langausführung, habe ich unseren Hausschlosser gebeten, mir beim Abschneiden zu helfen. Er hat dazu eine kleine Trennscheibe verwendet, die er nach den erforderlichen 3 Schnitten entsorgen musste. Dieser Zinkdruckguss verschmiert so eine Scheibe schlimmer als weiches Alu, im Nachhinein betrachtet wäre eine Bandsäge besser gewesen für diese Aktion. Nachdem die Schnitte so sauber erfolgt waren, musste so gut wie keine Spachtelmasse verwendet werden, nur die Klebenähte ( ja, richtig Zinkdruckguss lässt sich NICHT löten!) verschleifen. Jetzt noch den Kotflügel abschneiden und einen neuen aus Alufolie anpassen ( der geneigte Leser wird es schon ahnen, Zinkdruckguss lässt sich auch NICHT biegen!). Vorher habe ich noch einen 3mm breiten Streifen unter den Scheinwerfern entfernt um eine korrekte Darstellung des Querträgers zu ermöglichen.Dieser und die Stoßstangenhalterungen entstanden aus Plastikprofilen, der passende Abschlepphaken aus Schweissdraht.

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Den Kotflügel habe ich über dem Originalteil geformt, ausgeschnitten und an den verbliebenen Rest an der Karosserie geklebt. Nachdem der Kotflügel vorbildgerecht verknittert war, habe ich diesen von innen mit Sekundenklebergel und einem Verstärkungsgranulat, sieht aus wie kleine Glasperlen und wird hart wie Granit, von innen ausgefüllt, um das Teil auch formstabil zu halten. Jetzt war wieder eine kleine Schleiforgie angesagt, um den Übergang Alufolie / Karosserie verschwinden zu lassen. Nachdem alles verschliffen und gesäubert war, habe ich noch einen Reflektor für den zerstörten Scheinwerfer aus einer Aluschale geformt und mit einem ''Glühbirnchen'', aus Klarsichtmaterial geschliffen, ergänzt. 

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Lackiert wurde das Teil mit Acrylfarbe und Aztek-Airbrush, übrigens die Beste die es gibt fürs Modellbauen, die Kratzer habe ich mit Humbrol Metallfarbe gestaltet.

Die Startnummern sind wasserlösliche Abziehbilder, sogennannte Decals, die mir dankenswerterweise Rainer Selisko vom IPMS anfertigte. Nachdem diese angebracht waren habe ich das Ganze mit Klarlack versiegelt. Inneneinrichtung neu lackiert, Scheibeneinsatz , Chassis und Chromteile wurden mit dem Stanleymesser abgeschnitten und, da dabei die Steckbefestigungen wegfallen, eingeklebt.

Nachdem der Wagen ohne Zierkappen gefahren wurde, habe ich noch von der Rallye-Flosse die Felgen abgeformt und in Resin gegossen. Die Reifen habe ich mit einem Eddingstift geschwärzt, diese werden mit Weisswandringen geliefert, danach mit der bemalten Seite nach innen aufgezogen. Die Nummerntafeln und diverse Plaketten entstanden mit dem ''Tintenspritzer'' auf Selbstlebeetiketten, während die beiden Hansaplaststreifen richtiges Hansaplast sind, mit Filzstift bekritzelt.

Vor dem '' einsauen'' habe ich aus Selbstklebefolie eine Schablone für den sauberbleibenden Scheibenwischer-Teil der Frontscheibe gemacht. Und jetzt endlich der lustige Teil, das Verdrecken einer grossen Flosse! Mit der Airbrush und diversen Braun- und Grautönen wurde das arme Auto so richtig versaut und verdreckt, hähähhä!

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Und auch die Schachtel des Modells blieb nicht von ''Tuningmassnahmen'' verschont, diverse Fotos des Originals und der Sponsoren wurden aufgeklebt. 

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