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MODELLPROFIL W 123

Die obere Mittelklasse von Mercedes-Benz 1976 bis 1985

200 - 280 E

200 D - 300 D Turbo 

230 C - 280 CE

200 T - 280 TE

200 TD - 300 TDTurbo

 

Text: DaimlerAG / A. Wolf

Fotos: DaimlerAG

   

Sicherheit und Komfort:

Die Stuttgarter stellen im Jänner 1976 keinen automobilen Revolutionär vor, sondern einen rundum ausgereiften Wagen der oberen Mittelklasse, in dem sich aktuelle Technik und bewährte Konstruktionsmerkmale treffen. Das neue Modell wird von Fachleuten und Kunden sofort begeistert aufgenommen, 1977 erscheinen die Karosserieversionen Coupé, T-Modell und 7/8-Sitzer. Heute spielt die Baureihe 123 als Klassiker eine Hauptrolle in der Youngtimer-Szene, der W 123 ist Vorläufer der nunmehrigen E-Klasse.

 

 

Größere Sicherheit, mehr Komfort und eine höhere Servicefreundlichkeit, sind die Forderungen an die Konstrukteure von Mercedes-Benz, als 1968 das Lastenheft für die neue Baureihe entsteht. Nach fast acht jähriger Entwicklungszeit zeigt sich, dass diese Auflagen überzeugend umgesetzt worden sind. Das hohe Niveau der Sicherheitstechnik und die ausgereifte Gesamtkonstruktion sichern dem Modell die Aufmerksamkeit von Fachpresse und die Gunst der Käufer. Die Innovationen machen aber nicht allein den Erfolg des neuen Wagens aus. Der W 123 überzeugt auch durch den hohen Standard der Verarbeitung, seine Funktionalität und vor allem durch das breite Angebot an Karosserievarianten und Motorisierungen. So ist wird diese Baureihe 1977 erstmals durch ein „T-Modell“ ergänzt, das parallel zu Limousine und Coupé entwickelt wurde und im Gegensatz zu früher auch bei Mercedes-Benz selbst in Serie gebaut wird.

 

links: 280 E Breitband-Scheinwerfer, rechts: 4-Zylinder mit "Gummiecken-Stossstangen" - frühes Foto aus der Abteilung "716" - Versuch

 

Das neue Modell der Stuttgarter für die obere Mittelklasse steht trozdem in der Tradition der Baureihe W 114/115, landläufig „Strichacht“ genannt, doch viele Details weisen in die Zukunft: technisch mit ihren zahlreichen Innovationen im Bereich Fahrzeugsicherheit, aber auch ästhetisch mit ihrem Design, das sich am Erscheinungsbild der neuen S-Klasse W 116 und der aktuellen SL-Modelle der Baureihe 107 orientiert. Ausdruck davon sind zum Beispiel die quer liegenden Scheinwerfer statt der seit Ende der 50er üblichen, klassischen vertikalen "Leuchteinheiten" und die breiten geriffelten Heckleuchten. Massive Stossstangen und eine umlaufende Stossleiste prägen das funktionale, glattflächige Design, das insbesondere auch optisch den Sicherheits-Anspruch der Marke transportiert. Im Innenraum prägt das ganz auf passive Sicherheit ausgelegte Armaturenbrett mit großflächiger Instrumenteneinheit das Erscheinungsbild, Schalter und Knöpfe sind Mercedes-typisch weitgehend in die Flächen integriert um die Verletzungsgefahr bei einem Unfall zu reduzieren. 

  

Die "ESF"-Prototypen auf Basis des Strichacht waren Vorboten der von Sicherheit und Funktionalität geprägten Design-Linie der 70er-Jahre

 

Kleine W 123-Modellkunde:

Die Benzin-Motorenpalette reicht von den 4-Zylinder-Vergasern im 200 mit 94 PS und 230 mit 109 PS (Motorbaureihe M 115), über den neu konstruierten kleinen Sechszylinder-Typ 250 (M 123), bis zum Doppelnockenwellen-Sechszylinder 280 (M 110) mit 156 Vergaser-PS oder als 280 E mit 185- bzw. 177 PS-Einspritzmotor. Der Motor M 115 wird ab 1980 durch den neuen Vierzylinder M 102 ersetzt, im 123 als 200 mit 109 Vergaser-PS, oder als 230 E mit 136 Einspritzer-PS. Der Sechszylinder-Typ 250 ist über die gesamte Bauzeit (76-85) nur als Vergaser lieferbar und hat einen zweifelhaften Ruf als Säufer. Dieser Motor hat weder einen konstruktiven Vorgänger noch einen Nachfolger, offensichtlich waren auch die Entwickler mit dem Ergebnis unzufrieden, zumal der kleinere und sparsame Vierzylinder 230 E in Vielerlei Hinsicht überlegen ist. Trotzdem gibt es die ab 1977 lieferbaren 123 mit langem Radstand in der Benzin-Version nur mit dem 250er-Motor, der ab 1979 immerhin 140 PS hat.

 

Die Coupés gab es nur als 230 C/CE, 250 C und 280 C/CE. Den 200 T gab es erst ab der Einführung der Motorenbaureihe M 102 im Jahr 1980, der übrigens ab 1982 auch die Typen 190 und 190 E der Baureihe 201 in vielen Versionen antrieb.

 

Die Dieselversionen werden mit den Motoren aus dem Strichacht OM 615/616 (Vierzylinder) und OM 617 (Fünfzylinder) bestückt. Als Vierzylinder 200 D 55 (ab 1979 60), 220 D (bis 1979) mit 60 und 240 D mit 65 PS. Als Fünfzylinder 300 D mit 80 PS und als 300 D Turbodiesel mit 125 PS ab 1980. Die Dieselmotoren gibt es in den Coupés nur in der US-Version, in der 7/8-sitzigen Langversion neben dem oben erwähnten 250 Benziner nur die 240 D und 300 D Dieselmotoren.

 

Ab 1977: 15"-Räder, große Fondtüren und das 3. Seitenfenster prägen den 123 lang.

Die Coupés gab es nur als 230 C/CE, 250 C und 280 C/CE. Den 200 T gab es erst ab der Einführung der Motorenbaureihe M 102 im Jahr 1980, der übrigens ab 1982 auch die Typen 190 und 190 E der Baureihe 201 in vielen Versionen antrieb. 

Die Dieselversionen werden mit den Motoren aus dem Strichacht OM 615/616 (Vierzylinder) und OM 617 (Fünfzylinder) bestückt. Als Vierzylinder 200 D 55 (ab 1979 60), 220 D (bis 1979) mit 60 und 240 D mit 65 PS. Als Fünfzylinder 300 D mit 80 PS und als 300 D Turbodiesel mit 125 PS ab 1980. Die Dieselmotoren gibt es in den Coupés nur in der US-Version, in der 7/8-sitzigen Langversion neben dem oben erwähnten 250 Benziner nur die 240 D und 300 D Dieselmotoren.

 

 ein beliebtes Extra: Velours-Austattung

Wenig Veränderung:

Die Ablöse der "Ohrwaschel"-Kopfstützen durch die begradigte Version, sowie ein kleineres Lenkrad, beides aus der S-Klasse W 126, werten den Innenraum ab 1979 auf. Rechteckscheinwerfer und serienmäßige Servolenkung erhielten die schwächer Motorisierten Modelle ab September 1982, zudem gibt es ABS und Airbag als Option. Von 1975 bis 1985 wird die Baureihe 123 - bis auf die eben erwähnten kleine Retouchen - unverändert in insgesamt knapp 2,7 Millionen Exemplaren hergestellt. Der 123 ist damit die bis dahin erfolgreichste Baureiehe der Marke und hat durch die Robustheit und Langlebigkeit von Karosserie und Technik einen großen Beitrag zum positiven Image der Marke Mercedes-Benz beigetragen. Auch die derzeitige Popularität der Dieseltechnik im PKW beruht auf den Erfahrungen mit den OM-Typen 200 D - 300 Turbodiesel, die allerdings - bis auf den Turbo - eher noch den Nimbus der gemächlichen Fortbewegung haben, auch das sicher ein Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr.  

 

 Ab 1977: Mercedes-typisch rahmenlose Seitenscheiben und Entfall der B-Säule bei den Coupés; in den U.S.A. gab es diese Variante ebenfalls mit Dieselmotor.

Die Baureihe 123 in Zahlen:

Karosserievariante 

 

Limousine 

T-Modell 

Coupé 

Limousine langer Radstand

Fahrgestell für Sonderaufbauten

langer Radstand  

Fahrgestell für Sonderaufbauten

normaler Radstand 

gebauteEinheiten

 

2 375 440

  199 517

           99 884

13 700

 

    7 020

 

  1 353

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